Helles Sonnenlicht und Farben

Der wunderschöne Tag inspirierte mich zu Neuem, über Mittag fuhr ich zum Gotteskoog, ja die Sendung über die Reetschneider brachte mich drauf, ich habe so ein besonderes Refugium in der Nöhe, da bin ich völlig alleine zumeist, und immer ist es anders.

Gestern war kalter NW Wind, da suchte ich mir es so aus, dass ich völlig windgeschützt meinen Spaziergang machen konnte.

Vorher noch beim Kaufmannn nach Ostereierfarbe geschaut, dazu regionale Schlachtprodukte bevorratet. Dann zum nördlichen Weg zum Seengebiet. Hatterbüllhallig, das sagt schon vieles, in Vorzeiten stand es oft unter Wasser, das Land der Nordsee und den hohen Wasserständen im Winter ausgesetzt, so liegen noch viele alte Hofstellen hoch auf Warften, das macht den Charme dort aus. Dazu aber vom Programm Nord Windschutzpflanzungen, Straßennetz angelegt, und später durch Renaturierung wurde der völlig entwässerte Gotteskoogsee umfasst mit ringförmigen Gräben und wieder aufgestaut, Man hatte früher auch Wald angelegt, davon gibt es noch Restbestände, aber durch höhere Wasserstände verschwinden Bäume, ihre Stümpfe werden immer weniger, große Schilfflächen übernehmen die Regie. Es gibt eine gute Zuwegung, auch Brücken dahin, aber nicht leicht zu finden. Mich fasziniert gerade diese Wechselwirkung, und ich verstehe dann zu gut, warum es Nolde zurück in diese Region im Norden zog. Es ist so eigentümlich, und besonders.

Jedenfalls fand ich beim Spaziergang viele Birken, einige Zweige für den Osterstrauch nahm ich mit und steckte sie in einen alten franz. Keramikkrug, der erinnerte mich daran, dass ich auch besonderen aus Tellingstedt in brauner Bemalung habe, den hüte ich als Schatz , weil besonders Geschenk. Und deren Bemalung ist altertümlich unmodern, aber schön.

Jedenfalls kam mir viel Zeitgeschichte in den Kopf, aber dann entspannte ich total, es war einfach schön.

Zu Hause gab es leckere Rindsbratwurst, dazu Salat und Pause in der Sonne sitzen, stricken, an der Wolldecke weiterweben.

Und beschloß, nutze die Ostereierfarben als Grundstock für weitere Wolltuchgarne. Wie schon befürchtet, die Farben sind einfach nur grell, besonders orange, rosarot, aber blau und grün stimmte, nur alleine , gruselig matt ohne Tiefe. Und es ist viel zu wenig Farbe in den Färbetabletten, früher waren sie besser .

Egal mit jeweils 4 Tabletten wurden 4 mal 1 m Kardenband vorgefärbt. Tabletten ins heiße Wasser, Essig dazu, Stränge einlegen, nach einer halben Stunde auf ein Sieb geben, abgelaufene Wasser wieder zurück in den Topf, so färbte ich 5 Farben vor, und draußen auf die Leine in die Sonne gehängt.

Dann aber nahm ich die guten Textilfarben dazu, das Gelb ist nun viel schöner, orange bekam kürbisartigen rotbraunen Farbton dazu, rosarot mit warmen dunklen rot nun anders, blaugrün mit viel blau , grün mit gelb und etwas blau, dann stimmte die Farbtiefe, die Stimmung.

Bis abends 21.00 köchelte der Topf, immer wieder gut lüften, und über Nacht liegen nun die Wollstränge zum Abtropfen auf meinen Gartenstühlen. Heute werde ich noch violett färben, dazu nehme ich Mischung von Rot und königsblau, bin gespannt, so habe ich wieder einen schönen Vorrat an Regenbogenwolle. Und werde alles im Vorrat dann schön trocknen, dass es ganz aufplustert.

Faserart ist Polwarth, das ist sehr fein, also kann das Garn für weiches Schaltuch einfädig gesponnen und gewebt werden.

Freue mich, dass ich wieder eigenständig neu losgelegt habe. Ja dann ordne ich alles andere unter, wenn ich neues entwickle, und mir gibt das so schönen Schwung.

Es gehört beides dazu, Phasen wo ich wenig im Schaffensprozess bin, dann aber Zeiten, wo ich viel mache.

Nun in der Pandemie bin ich oft innerlich echt gebremst, aber dann wieder weiß ich gar nicht, was zuerst tun.

Inzwischen lerne ich das Alleinsein auf langen Strecken sehr zu genießen, denn unterwegs geht so vieles nicht, und mit anderen zu färben, da bin ich nicht konzentriert genug.

Aber wenn man nicht mal an dem dänischen einsamen Nordseestrand hier neue Inspiration sammeln kann, das spüre ich schon.

Die Nordseeinseln sind kein Ersatz, dazu die umständlichere Tagesanfahrt , zu viele Menschen, und ich möchte nicht mit Fähre und Zug unterwegs sein. Außerdem, ich mag lieber unsere Steilküste ohne Tourismus, aber nun leider gesperrt. Wie gut, dass ich noch vor der Sperrung der Grenze oft dort war.im Kopf sind schöne Inspiration. Aber es fehlt das Gefühl, einfach mal schnell rüber zu können, und sei es nur, im Secondhand zu stöbern . Diese Region hier ist immer noch verbunden, heißt schließlich auch Südtondern.

So konnte ich auf der Fahrt in den Gotteskoog nur die Kirche von Mögeltondern sehen, bzw den Wasserturm von Tondern, ist schon sehr merkwürdig, aber wir sollen uns nun danach richten, ist einfach schwierig, und nur Spaziergang ist kein Einreisegrund, auch wenn ich da am Strand völlig alleine bin.

Ich mache dann eben einen Regenbogen in Wolle, der über allem dennoch steht.

Wenn alles gefärbt und trocken ist, plane ich weiter.

Und mal sehen, welche besondere Umgebung mich dann inspiriert, aber es geht jetztnur, wo ich alleine bin, nicht andere um mich habe. Und schon gar nicht von Leuten mit Masken im Gesicht, da bin ich völlig gebremst.

Und zum Morgen bei mir im Garten 10 Fasanen, viele junge Hennen, da weiß ich, das ist Zuhause sein.

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