Schafwolle- Beschaffenheit

Spinnanfängern wird geraten, fangt mit der oder der Wolle an, aber warum?

Nun die Feinheit in micron gemessen, die Kröuselung, die Faserlänge und auch wie glatt, wie haarig , alles ist schon wichtig zu wissen.

Früher wurde eher ein Mehrnutzungstier gezüchtet, Wolle, Farbe der Wolle, ob auch noch haarige Fasern, Fleisch, Milch, Robustheit, Geburten alles war auch in einer Rasse nicht sehr auf einen Standart reduziert. Man bräuchte fette Milch für Butter, Käse, man brauchte sehr gute Ammen, also weibl. Tiere, die gut ihre Lämmer säugten, bzw fremde Lämmer annahmen. Die Tiere waren nicht so fleischig wie heute die Fleischschafe, eher geeignet für lange Wanderungen, Klauen mussten nicht zu weich sein in feuchten Regionen, und Wolle war wichtig. Am Schaf selber war es sehr unterschiedlich, und von feinster kurzer weicher Unterwolle sehr gekröuselt bis langem glatten Deckhaar, alles war sehr unterschiedlich von Tier zu Tier. Durch bewusstes Züchten, Einkreuzen mit bestimmten Böcken wurde dann es spezieller, Milchschafe, Schafe für Wolle, Schafe für Wanderschaft, Deichschafe, weiße Wolle, lange Fasern, filzen, nicht filzend, man fertigte grobe Zeitplan, Segel, da musste es langfaserig dicker sein, Aber auch feinste weiche Wolle erwünscht. Für die Tuchweberei wäre die zu weich, sa sind dann Zugaben weniger feiner Wolle und langfaserig erwünscht. So haben Nutzen und Tierhaltung sich gegenseitig ergänzt, und dazu spielte natürlich auch das Klima, die Weide, die Tierhaltung in den Jahreszeiten eine Rolle. Trockenes Klima, ideal für Merino, kalt, feucht nass, Spaelsau, oder Höhenlage, Landschaft. Es ist faszinierend wie vielfältig die Rassen sind.

Und ich mag genau das, in die Wolle greifen, die Fasern trennen, zupfen und anspinnen. Und da unsere Deichschafe nicht filzende Wolke haben, recht grob, lang, aber schönes Vlies , konnte ich sie sofort nach der Schur, noch nass vom warnen Wollfett verspinnen. Nun wurden leider Rassen eingekreuzt, die sehr grobe Wolle haben, nun nehme ich sie nicht mehr. Aber man merkte, die Tiergesundheit dieser Fleischschafe bei der Geburt wurde problematischer, nun wurden wieder Marschschafe aus England eingekreuzt, und wie immer, nach den Mendelssohn Gesetzen, das vererben verläuft nicht kontinuierlich, es kommen dann verdeckte Eigenschaften hervor, daher kann man eigentlich weiterhin sagen, jedes Tier ist anders.

So finde ich es gut, dass unsere alte Rasse, des fleischschafes, nicht solche wuchtigen Tiere wie Suffolk man auf der Norla ausgezeichnet hat.

Nun zurück zur Wolle, Man egalisiert die Unterschiede , indem man die,Wollen mischt, kardiert, aber dann verlieren sich gerade die individuellen Eigenschaften,alles ein weiß… Also wer anfängt zu spinnen, holt euch kleine Proben von Wolle nach der Schur, ruhig unterschiedlichste Rassen, Tieralter, ungewaschen, wascht heiß ohne sie zu bewegen mit Alkali, kalt spülen, und spinnt sie, indem ihr die Locken mit Handkarden bearbeitet, so kommt ihr in guten Kontakt, lernt. Ich finde das ist wichtig.

Aber wer gerne dabei bleibt, probiert als Anfänger ruhig die Wolle im Vlies kardiert, im Kammzug, kurze Fasern ausgeräumt, spinnt sich anders. Ich liebe ja meine diversen Spinnbücher, aber macht euren eigenen Stil, wenn ihr viele Wege ausprobiert habt, ich denke das ist das schöne, unsere Garne sind so individuell.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s